Es war alles drin in diesem Derby am 23. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. Die VfL SparkassenStars Bochum lieferten dem Spitzenreiter Phoenix Hagen einen großen Fight, am Ende mussten sie sich aber u.a. aufgrund einer unglaublichen Dreierquote der Gäste und einem überragenden Devin Schmidt geschlagen geben.
Nur drei Tage nach dem Overtime-Krimi in Koblenz hatte sich die personelle Lage bei den SparkassenStars nicht verändert. Malek Green war wieder zum Zuschauen gezwungen und Marios Giotis` Knorpelschaden wird ihn wohl für den Rest der Saison ausfallen lassen. Bei den Gästen aus Hagen musste Fabian Bleck aufgrund eines grippalen Infekts passen.
Beide Fanlager pushten ihre Teams von Beginn an lautstark und die Partie begann auch rasant. Hochprozentig trafen sie beide und lagen zunächst Kopf-an-Kopf. Ein 11:0-Lauf der Hagener zwang Bochums Headcoach Felix Banobre dann aber nach 5 Minuten zu einer ersten Auszeit. Danach kann sie wieder etwas näher heran, dennoch gewann Hagen das erste Viertel mit 27:20.
Dravon Mangum und Antonio Williams verkürzten den Rückstand zu Beginn des zweiten Viertels auf nur noch drei Punkte. Wie so oft an diesem Abend hatte Hagen die richtige Antwort parat Graves und Schwieger trafen jeweils für Drei und ließen die Partie nicht kippen. 2 Minuten vor der Halbzeit versenkte Omuvwie einen Dreier und baute damit den Vorsprung auf 12 Punkte für die Feuervögel aus. 11 Distanzwürfe von 19 trafen bis zur Halbzeit ihr Ziel. Das war ein Faktor warum die SparkassenStars vor den letzten beiden Vierteln mit 16 Punkten zurücklagen (37:53). Denn sie spielten gut und klauten dem Gegner immer wieder den Ball, aber diese Quoten konnten sie nicht kontern.
Im dritten Viertel begann dann die Devin Schmidt Show. Mit vier Dreiern in drei Minuten sorgte er für eine Vorentscheidung. Die „Kopf ab“-Geste und das überflüssige unsportliche Foul gegen Niklas Geske im direkten Anschluss hinterließen aber leider einen bitteren Beigeschmack. Der Rückstand der SparkassenStars war nun auf 21 Punkte angewachsen. Bis zum Viertelende konnten die SparkassenStars auf 60:77 verkürzen.
Und die gaben nicht auf und kämpften sich über eine intensive Defense und vielen Ballgewinnen heran. Kurzzeitig wankte der Tabellenführer etwas, als der Rückstand auf unter 10 Punkte fiel. Jedoch ist die tiefe des Hagener Kaders beeindruckend. Egal wer von der Bank kommt, jeder hat die individuelle Klasse um das Team aus solchen Situationen heraus zu manövrieren. Tim Uhlemann sorgte mit einem Dreier dafür, dass der Vorsprung der Hagener wieder auf 14 Punkte anwuchs. Und trotzdem gab Bochum nicht auf und warf bis zum Schluss alles in die Waagschale. Das honorierten die SparkassenStars-Fans und feierten ihr Team trotz der 92-102 Niederlage mit stehenden Ovationen.
Topscorer der SparkassenStars war Dravon Mangum mit 20 Punkten und 9 Rebounds.
„Hagen ist aktuell die Referenz in der Liga. Sie stehen ganz oben, sie wollen aufsteigen und haben von Beginn an alles darauf ausgerichtet. Mit unserem engen Spielplan war klar, dass wir mit der Energie, die wir noch hatten, dagegenhalten mussten. Ich habe den Spielern gesagt, dass Hagen den Rekord von 25 Dreiern in einem Spiel hält – und genau das zeigt ihre Qualität. Sie sind physisch, unglaublich talentiert und brandgefährlich von der Dreierlinie. Unser Ziel war es, sie in der Transition zu stoppen und die frühen Dreier zu verhindern. Aber man sieht auch ihre Tiefe: Wenn ein oder zwei Spieler keinen guten Tag haben, kommt jemand von der Bank und übernimmt - das ist eben ein Meisterteam“
Felix Banobre - Headcoach
„Es war das erwartet schwere Spiel für unser Team. Natürlich war es für die Frische suboptimal, dass wir anstatt Sonntag erst am Mittwoch in Koblenz gespielt haben. Die schweren Beine hat man uns von Beginn an angemerkt. Nach unserem guten Start ist Hagen über die individuelle Klasse zurückgekommen. Während sie Gäste sehr hochprozentig getroffen haben, haben wir das ganze Spiel über mit unserer Dreierquote gehadert. So hat Hagen dieses Spiel gewonnen. Wir schauen jetzt auf unser nächstes Spiel in Karlsruhe“
Tobias Steinert - Geschäftsführer